Entstehungsgeschichte der Flüchtlingshilfe-Dortmund Aplerbeck

Unser Verein „Flüchtlingshilfe im Stadtbezirk Aplerbeck e.V.“ wurde vor vier Jahren gegründet.

Unter verschiedenen Schwerpunkten halfen Mitglieder Geflüchteten, die bis Mitte 2016 nach Deutschland kamen und in der Turnhalle im Schulzentrum Aplerbeck und in den Traglufthallen an der B1 lebten. Sie übernahmen Patenschaften, organisierten Deutschkurse für Frauen mit Kinderbetreuung, halfen bei Behördengängen und suchten eine Schule für die Kinder und ebenso einen Kindergarten für die kleineren Kinder. Auch bei der Wohnungssuche waren wir gefordert. Wir unterstützten beim Lernen für die Integrationskurse und mieteten für diese Projekte Räume in der Jugendfreizeitstätte an der Schweizer Allee an.

Nach Anmietung von Räumen eines leerstehenden Lebensmittel-Ladens in Dortmund-Schüren wurde der „KleiderTreff“ ein Schwerpunkt der Arbeit. KleiderTreff, Fahrrad-Werkstatt und MöbelBörse funktionieren nur gemeinsam: Alt-Dortmunder und Neu-Dortmunder packen gemeinsam an und helfen entsprechend ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten.


Nachdem die Menschen nach und nach in ihre eigenen Wohnungen zogen, die Kinder in Schulen und Kindergärten gingen und die Erwachsenen ihre Integrationskurse besuchten, wurden in Gesprächen immer mal wieder Fragen und Wünsche geäußert: Wie lebt ihr? Was macht ihr in eurer Freizeit? Wie und wo macht ihr Urlaub? Wie war das bei euch nach dem Krieg? usw. usw.

Diese Fragen gingen über die Möglichkeiten des Cafés im KleiderTreff hinaus und so gab es einmal monatlich ein „Café Miteinander“. Deshalb organisierte der Verein im Oktober 2017 sein 1. Integrations-Familienseminar für Familien mit und ohne Fluchterfahrung. Rund 60 Menschen fuhren im Bus nach Norddeich und von dort mit dem Schiff ins Seeferienheim auf Juist. Es wurden vier intensive Tage. Die Verständigung zwischen den Familien mit und ohne Fluchterfahrung ging anfangs mit Händen und Füßen und evtl. auch mit englisch.
Aber ganz schnell, und das war der Plan, wurde deutsch gesprochen. Voller neuer Eindrücke kehrten alle wieder zurück nach Dortmund und begrüßten sich von nun an mit „Moin!“ Alle sagten, dass sie so eine Fahrt gerne noch einmal erleben möchten. Deshalb gab es ein Jahr später eine Fahrt nach Hattingen, um sich mit den Grundrechten und dem Grundgesetz in Deutschland zu beschäftigen. Hier gab es auch für uns einige spannende Erkenntnisse. Diese gemeinsamen Tage waren die Grundlage für viele weitere gemeinsame Feiern, Aktivitäten und Ausflüge im Laufe des Jahres.

Die geflüchteten Menschen aus Syrien, Irak, Iran und weiteren Kriegsgebieten, die von Beginn an nach Dortmund kamen, etwa 80 bis 100 Menschen, leben inzwischen im ganzen Stadtgebiet verteilt. Die meisten gehen arbeiten und manche haben auch schon ein Auto.

Sie kommen immer wieder sehr gerne nach Aplerbeck, denn hier hatten sie in den ersten Stunden eine „2. Heimat“ gefunden.

Nach den Erfahrungen der bisherigen zwei Familien-Integrationsseminare wird Partizipation und Mitbestimmung eingefordert und gefördert. So sind im aktuellen Familien-Integrationsseminar auch vier Geflüchtete und drei Deutsche im Organisationsteam.