18. Februar 2026

Ehrenamtliche Lehrer*innen gesucht

Dieter Roxlau ist kein Lehrer, unterrichtet aber ehrenamtlich in der Flüchtlingsunterkunftin Aplerbeck. Viele Kinder brauchen Hilfe, einige waren nie in der Schule.

Kontakt

Dieter Roxlau ist seit knapp einem Jahr Mitglied der Aplerbecker Flüchtlingshilfe. Gemeldet hatte er sich 2025 auf einen Aufruf, als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für die Zentrale Unterbringungseinrichtung an der Schleefstraße gesucht wurden.

Insgesamt können dort mehr als 300 geflüchtete Menschen unterkommen. Viele von ihnen sind Familien mit Kindern. Von Beginn an stand die Flüchtlingshilfe im Stadtbezirk Aplerbeck in engem Kontakt mit den Betreibern der Einrichtung. „Wir haben dort zunächst Deutschunterricht für Erwachsene angeboten“, sagt Paul-Gerhard Stamm, erster Vorsitzender des Vereins „Kleidertreff und mehr – Flüchtlingshilfe im Stadtbezirk Aplerbeck“.

Im ehemaligen Airport-Hotel

Auf den Aufruf der Flüchtlingshilfe meldeten sich vor einem Jahr zahlreiche Ehrenamtliche, die bereit waren, einige Stunden ihrer Freizeit zur Verfügung zu stellen, um Menschen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern im ehemaligen Airport-Hotel Deutsch beizubringen.

Einer von ihnen ist Dieter Roxlau. Der 76-Jährige investiert mehrere Stunden pro Woche, um geflüchteten Menschen die deutsche Sprache näherzubringen. „Die Menschen sind hoch motiviert und richtig glücklich über die Hilfe“, sagt Roxlau. Er unterrichtet zweimal wöchentlich – aus Überzeugung. „Ich wollte etwas tun, das Sinn ergibt. Vielleicht auch etwas zurückgeben. Ich habe in meinem Leben viel Glück gehabt und war kaum krank.“

In seinem Berufsleben war Roxlau Geschäftsführer des Landesverbandes der Tischler in Nordrhein-Westfalen, studiert hat er Volks- und Betriebswirtschaft. „Pädagogische Erfahrung hatte ich nur begrenzt“, sagt er selbstkritisch. Doch genau das soll niemanden abschrecken. „Man muss keine Vorkenntnisse mitbringen“, betont Paul-Gerhard Stamm. Derzeit unterrichten acht Ehrenamtliche an der Schleefstraße. Idealerweise werde im Zweierteam unterrichtet. Das ist auch bei Dieter Roxlau der Fall. Er profitiere sehr von seiner Lehrpartnerin, die Lehrerin sei.

Aktuell rückt eine neue Zielgruppe in den Fokus: Kinder. „Jetzt suchen wir Helferinnen und Helfer, die Kinder ab sechs Jahren unterrichten“, so Stamm. Teilweise hätten diese Kinder bislang überhaupt keine Schule besucht. Für Kinder, die in der Zentralen Unterbringungseinrichtung leben, ist die Schulpflicht ausgesetzt – unter anderem, weil die Familien dort offiziell nur vorübergehend untergebracht sind. „Manche sind aber über ein Jahr hier“, sagt Stamm. „Und die Leitung der Einrichtung wünscht sich, dass die Kinder beschult werden. Wir wollen nun ein entsprechendes Angebot schaffen.“ Ziel sei es, den Kindern spielerisch die deutsche Sprache näherzubringen – erste Wörter, einfache Sätze, grundlegendes Sprachverständnis, so der „Quereinsteiger“. Wie viel Zeit jemand investieren könne, sei flexibel. „Idealerweise mehrere Stunden pro Woche, aber das lässt sich individuell abstimmen“, so Stamm.

Wer Interesse hat, meldet sich zunächst zu einem Gespräch an. „Es gibt dann noch ein paar formale Dinge, wie ein polizeiliches Führungszeugnis. Dabei unterstützen wir selbstverständlich“, erklärt der Vorsitzende.

„Wir möchten so schnell wie möglich Deutschunterricht für die Kinder an der Schleefstraße anbieten“, sagt Stamm.

Ehrenamtliche Lehrer gesucht

Wünschenswert sei eine Mischung aus erfahrenen Lehrkräften und engagierten Ehrenamtlichen. „Wir möchten so schnell wie möglich Deutschunterricht für die Kinder an der Schleefstraße anbieten“, sagt Stamm.

Wer sich engagieren möchte, kann sich bei der Flüchtlingshilfe im Stadtbezirk Aplerbeck melden: telefonisch unter 0231/28678801 oder per E-Mail an P.Stamm@Fluechtlingshilfe-Aplerbeck.de